Dach

Dachboden/Dachstuhl

 

  • Das Dach des Hauses ist ein Sparrendach, genauer: es ist ein Kehlbalkendach. Die Längsstabilität erfolgte durch den Längsverband, der hier ein sächsischer Reiterverband in einer sehr einfachen Ausführung ist. Im Laufe der Jahrhunderte waren Konstruktionshölzer ausgebrochen worden, sodass der Dachstuhl sich bedenklich aus dem Lot neigte. Bei der Sanierung wurden die fehlenden Streben wieder eingebaut. Zusätzlich wurden schwere Stahlbänder als „Windrispen“ zur Stabilisierung vorgesehen. Das Foto entstand in der Reparaturphase. Das Schopfdach ist noch nicht angebaut.
  • Der Nordost-Giebel nach Fertigstellung: Unter dem Schopfdach dringt das Licht in den Dachraum ein.
  • Der südwestliche Giebel. Die dunklen Hölzer sind Befund, die hellen Hölzer sind Einfügungen in der Sanierung. Die Firstsäule steht ca. 1,5 m vom Giebel eingerückt. Es ist die Hausverlängerung von 1835. In die Firstsäule bindet der Längsverband ein. Zwei Streben geben Stabilität. Unterhalb des Längsverbandes der Kehlbalken, der nur hier am Giebel unterhalb angeordnet ist. In der Regel liegen die Kehlbalken auf dem Längsverband. Die Firstsäule hat eine kleine Fußstrebe, die in diesem Haus nur einseitig ist. Auf dem Lehmfußboden sind Laufbohlen gelegt, die ein problemloses Begehen ermöglichen
  • Die Firstsäule von der anderen Seite. Wir sehen, wie der Kehlbalken sich verformt hat. Unterhalb des Kehlbalkens ein großes Zapfloch, die sich auch an den Sparren links und am Sparren rechts wiederholen. Es sind die Belege eines historischen Schopfdaches, die uns dann die Möglichkeit gaben, am Nordost Giebel das Schopfdach zu rekonstruieren. Neben diesen sehr desolaten Sparrenpaar wurde ein neues Sparrenpaar gelegt, das nun die Kräfte aufnimmt. Die alte Konstruktion blieb als geschichtliches Dokument erhalten.
  • Hier das beschriebene Zapfenloch am rechten Sparren.

 

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Dach

  • Das Dach, so wie wir es vorgefunden haben. Hier steht noch der alte Anbau.
  • Die alten Ziegel werden abgenommen und zwischengelagert.
  • Die alten Ziegel werden wieder in einer Biberschwanz-Doppeldeckung im Mörtelbett verlegt.
  • Neben den neuen Strecklatten werden die alten Strecklatten angeheftet. Es sind die Latten der ganz alten Strohdeckung.
  • Schließlich werden noch Eisenbänder als Windverband angebracht und der Lehmschlag wird repariert.
  • Der Längsverband des Dachstuhles ist ein ganz stark reduzierter „Sächsischer Reiterverband“. In die alten Zapfenlöcher wurde das rekonstruierte Schopfdach eingefügt.
  • Das Gebälk des Schopfdaches.
  • Markant das fertiggestellte Schopfdach.

 

Die ursprüngliche Dachdeckung war ein Strohdach. Es wurde Ende des 19.Jahrhunderts durch eine Ziegeldeckung, d.h. durch eine Biberschwanz Doppeldeckung ersetzt.
Das Gewicht einer Ziegeldeckung ist wesentlich größer. Für das große Gewicht sind die Sparrenabstände viel zu weit. Man behalf sich mit dem Einbau einer Strecklatte, das ist eine unterstützende Latte in der Mitte des Sparrenfeldes. Man verwendete dafür die alten Latten vom Strohdach.
Bei der Sanierung 2014 wurden neben den neuen Strecklatten diese alten Latten als Strecklatten eingebaut.

Aber nur als Schauobjekte parallel zu den neuen, stärkeren Strecklatten.
Bei der Dachdeckung fiel die Entscheidung 2014 wiederum auf eine Biberschwanz-Doppeldeckung „in Mörtel verlegt“. Man verwendete wieder die alten Ziegel, die mit einer Spende von der Kirschschule in Weißenberg mit 300 Stück und einer weiteren Zugabe vom Dachdeckermeister ergänzt werden mussten. Als Mörtel wurde eine Baustellenmischung aus Weißkalk, „einer Spitze“ Zement und einheimischem Sand verwendet.