gekalkt

OG 1.5 (Bleiglasfensterzimmer)

 

  • Im Raum 1.5 ist ungewöhnlich der Lehmfußboden. Die Fachwerkhölzer sind mit Kasein, farblos, verfestigt. Sie behalten so ihre Holzfarbe, ein Ölen (z.B. mit Leinölfirnis) würde die Farbe „anfeuern“, d.h. sie würden sehr dunkel und farbig werden. Die Deckenbretter (die eigentlich Schwarten sind, so wie sie auch an der Bodentreppe sichtbar sind) wurden gekalkt.
  • Das untere Fachwerkfeld musste vom Lehmbauer in traditioneller Art neu eingebaut werden. Rechts die Tür, eine ganz einfache Brettertür.
  • Das Bleiglasfenster wir mussten es mit einem schussfestem Glas sichern, das außerhalb angebracht wurde. Die „Ruten“ wurden zum Teil repariert. Solche Bleiglasfenster gibt es in Dittelsdorf, Hirschfelder str.31, dem Ortsmuseum. Und sie wurden aktuell in Waltersdorf auf dem Dachboden eines Umgebindehauses gefunden.
  • Das alte Fenster, so wie wir es vorgefunden haben.

 

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OG 1.2 (Vorsaal, oberer Flur)

 

  • Der ehemalige Durchgang zum Anbau wurde denkmalgerecht in Fachwerk mit Lehmgefachen geschlossen. Ein kleines Fenster, deren Größe durch Zapfenlöcher im Fachwerk gefunden wurde, erhellt den Vorsaal. Die Tür daneben ist eine Fluchttür für den Brandfall.
  • Hier ist altes, langstrebiges Fachwerk, ausgefacht mit Lehmwellern, gestaltet mit einem Lehmritzmuster.
  • Das ganz schlichte Treppengeländer wurde vorn mit einem Zierbrett gestaltet. Leider ist die obere Hälfte abgebrochen.
  • Die Tür zur Bodentreppe ist eine Zweitverwendung einer Schranktür. Beim genauen Hinsehen erkennt man noch die alte Blumenmalerei.
  • Das andere Fenster zur Hofseite eine alte Konstruktion mit einem Ritschel. Die linken, unteren beiden Scheiben lassen sich zum Fensteröffnen verschieben. Konstruktiv ist das Fenster eine Steckkonstruktion. Die Gläser lassen sich nur wechseln, wenn man das Fenster auseinandernimmt.
  • Im Raum 1.2, ortstypisch „Vorsaal“ genannt, gibt es fünf Türen. Drei von ihnen sind Rahmen-Füllungstüren aus den 1930er Jahren, so wie diese hier.
  • Zwei Türen sind schlichte Brettertüren, eindeutig älter. Sie sind mit solchen handgemachten Schlössern zu verschließen.
  • Besonders interessant sind die Lehmmuster. Dieses hier stammt aus der Bauzeit und konnte aufwendig freigelegt werden. Die leicht rauchige Atmosphäre seinerzeit konservierte den Lehm, der eine ungewöhnliche Härte aufweist.

 

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OG 1.1 (Die große Kammer)

 

  • Die große Kammer. Sie wurde im Sinne der Zeit um 1900 saniert. Gut sichtbar die beiden Befundfenster in der Decke (Zeitfenster). Der Fußboden wurde mit der Altdielung neu verlegt. Leider musste wegen der intensiven Schäden am Holz die Oberfläche neu „abgezogen“ werden. Abschließend wurde sie mit einer Bierlasur behandelt.
  • Ein Foto aus der Sanierungsphase (15.08.2013). Die Dielung musste aufgenommen werden. Gut sichtbar ist, dass das Haus keine „doppelte Decke“ hat. Doppelte Decken sind in Seifhennersdorf nur vereinzelt festzustellen. Die Dielung hier ist direkt auf die Deckenbalken aufgelegt. Im allgemeinen ist häufig in Seifhennersdorf die Dielung auf extra Lagerhölzern genagelt, die im Lehm eingedrückt sind.
  • Der Zustand während der Sanierung (15.09.2012).
  • Der Raum OG 1.1 soll den Zustand um 1900 dokumentieren: Seinerzeit wurden die Konstruktionshölzer überstrichen. Man sagt, sie wurden „weggestrichen“. Die Deckenbalken wurden verputzt und ebenfalls gestrichen.
  • Am hinteren Balken wurde ein Zeitfenster gelassen, um die Konstruktion sichtbar zu machen. Es liegen zwei Balken nebeneinander, links der Balken vom alten Haus, rechts der Balken von der Verlängerung aus den 1830er Jahren.
  • Dieses Zeitfenster links zeigt ein Deckenbrett, unverputzt. Es wurde nur gekalkt, was hier in Spuren noch vorhanden ist.

 

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Fassaden

  • Das Haus liegt giebelständig an der ganz alten Dorfstraße von Seifhennersdorf.
  • Markant das Kreuzstrebenfachwerk aus dem 17.Jahrhundert. Schopfdach, verbretterter Giebel, Lehmputz mit Kammritzmustern, dünner Kalkputz mit einem schwachen Putzbild, das Erdgeschoss ist in Natursteinmauerwerk, verputzt.
  • Bei Feuchtigkeit ist das Putzbild deutlicher. Kann man das Bild als ein Wappen deuten?
  • Das Haus liegt im alten Zentrum des Ortes, unterhalb des Kirchberges mit Kirche und Kirchschule.
  • Malerisch stehen sich die Architekturelemente der Fassade gegenüber.
  • Die Hofseite: Große Brüche in der Gestaltung der Fassade. Erster Hinweis auf eine komplizierte Baugeschichte. Die linke Seite macht einen „modernen“ Eindruck: Es ist der jüngere Teil des Hauses. Neben der Stalltür zwei Putzfelder, die als „Befund“ den Altzustand dokumentieren.
  • Hier während des Baues: Die Befundfelder bleiben erhalten.
  • Der Südwest-Giebel: Wunderschön die alte Verbretterung. Die Bretter sind unterschiedlich breit – so wie die Bäume gewachsen waren. Der Regen hat die Jahresringe freigewaschen. Die Tropfkante unten ist gekerbt, sie ist mit „Sonntagen“ versehen worden.
  • Zur Reparatur wurde die Verbretterung abgenommen. Darunter das Fachwerk von 1830, als das Haus verlängert wurde.
  • Die Nordwest-Seite. Rechts ist etwas Fachwerk sichtbar: Ein Kreuzstrebenfachwerk bis zum Fenster. Hier ist der alte Eckständer. Rechts davon die Verlängerungdes Hauses von 1835. Unten das „Aborthäusel“, so wie es früher an fast allen Häusern stand. Das kleine Fenster im OG wurde nach Befund wiederhergestellt. Links unten der Massivteil mit Stall und Abstellraum.
  • Beim Putzen blieb auch hier eine kleine Fläche als „Befundfenster“ erhalten.
  • Das Haus in der Flussaue der Mandau. Die Nordwest-Fassade und links der Giebel.

 

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