Kaseinfarbe

EG 02 (Hausflur)

 

  • Der Fußboden ist ein Natursteinfußboden aus alten Sandsteinplatten. Der Fußboden wird von einer Glasscheibe unterbrochen. Hier ist ein Blick in den historischen Fußboden möglich, der ein hartgetretener Lehmschlag war.
  • Nach Befund wurde die Bohlenwand in einem Blau gefasst. Die Fugen sind mit Strohlehm verstrichen, der weiß gekalkt wurde.
  • Befundfenster am Türpfosten: Hier wurde ein Stück der ersten Farbfassung freigelegt. Nach diesem Befund erfolgte die Farbfassung
  • Die Stubentür. ein mechanischer Seilzug erleichtert die Funktion der Tür. Nachbarn erzählten, dass auch vor dem großen Hochwasser ein solcher Türzug vorhanden war. Sichtbar sind noch die alten Türbeschläge. Innen sind die Füllungen der Tür wunderschön kanneliert.
  • Die alte Bohlenwand im hinteren Teil. Auch hier sind die Fugen mit Strohlehm verstrichen und abschließend weiß gekalkt, einige Teile sind aus ursprünglichen Material und in dem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben.
  • Der Hinterausgang ist mit einem Vorlegebalken gesichert.
  • Der alte Holzunterzug wurde durch eine Eisenbahnschiene ersetzt, um die Durchgangshöhe zu verbessern.
  • Der Bereich um die Haustür ist eine Block-Ständerwand. Sie ist hier auf der Innenseite holzsichtig und mit Halböl geölt.
  • Die Treppe in den 1.Stock, eine Spindeltreppe. Die Spindel oder die Säule, in die die Stufen eingearbeitet sind, ist in diesem Haus 1,5 Geschosse hoch! Farbgebung nach Befund.
  • Durch eine Glasplatte wird der Blick zu dem Fußboden aus der Bauzeit frei. Es ist ein hartgetretener Lehmfußboden.

 

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EG 01 (Stube)

 

  • Die Stube ist das Herz eines Umgebindehauses. Das Haus stand seit Anfang der Neunziger Jahre leer. Es waren die Gartenmöbel vom Nachbarn untergestellt. Am 7.8.2010 setzte ein Jahrhunderthochwasser das Haus unter Wasser. Dieses Foto ist vom 03.05.2010.
  • Das Wasser durchnässte den Untergrund. Neue Fundamente mussten gegraben und gesetzt werden. Die unterste Bohle war verrottet und musste ersetzt werden. Dazu wurde das Haus aufgeständert, um Baufreiheit zu schaffen. Foto vom 30.06.2011
  • Am 26.10.2011 waren das neue Fundament gesetzt und die unterste Bohle erneuert. Rechts der Rest der Blockstube von 1735, rechts die unterste Bohle ist noch nicht repariert
  • Gesetzte Steine eines alten Fundamentes wurden sichtbar. Sie wurden untersucht. 22.05.2013
  • Es ist offensichtlich, dass die Fundamente nicht mit dem jetzigen Haus harmonieren. Gab es ein Vorgängerbau? Ein Haus, das schon im 16.Jahrhundert hier stand? Die Flächen wurden mit einer Geotextilie abgedeckt. Darauf wurde als tragende Schicht ein mit Zement gebundener Blähton eingebaut. Das hat den Vorteil, dass bei einem erneuten Hochwasser das Wasser absickern kann. Und die Schicht ist diffusionsoffen, was für das Raumklima sehr wichtig ist.
  • 25.07.2014 Zwischenzeitlich werden Baustoffe zwischengelagert
  • 17.02.2015, Eine Dielung wird eingebaut. Mit großen Schwierigkeiten konnten wir Dielung in einer Zweitverwendung und in entsprechender Breite besorgen. Die alte Dielung war von unten angefault und hatte nur noch 50% des Querschnittes. Sie ließ sich nicht mehr einbauen
  • Im Bereich des Ofens liegen in jedem Umgebindehaus Steine oder ist ein Ziegelpflaster. 12.03.15 Der Steinmetz hat Sandsteinplatten verlegt. Die Dielung ist zum Schutz mit einem schwarzen Vlies belegt
  • Die Sandsteine dazu wurden vorher sortiert und zugearbeitet
  • Befunde: Unter den abblätternden Ölfarbanstrichen wird an der Decke und auch an den Wänden dieses Blau sichtbar. Es ist das „Marienblau“, was um 1830 in der Oberlausitz üblich war. Man sagt diesem Blau nach, dass es die Mücken vertreibe.
  • Am unteren Teil vom linken Türpfosten liegt ein Weinrot an. Blau und Rot, das sind die Farben an den Oberlausitzer Möbeln!
  • Der westliche Türpfosten, unteres Drittel. Bestimmung des Farbwertes. Die unterste, d.h. die älteste Farbfassung ist ein Weinrot.
  • Beratung mit den Vertretern der Denkmalpflege, der Architektin und dem Restaurator. Festlegung der Farbfassung an Hand von zwei Musterbrettern.
  • Die Rekonstruktion des Ofens wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
  • Im Fußboden ist eine Schauluke eingebaut. Sie gibt den Blick frei auf ein Stück altes Fundament.
  • Vor 150 Jahren noch wurden Fußböden „gesandet“. Diese vergessene Tradition soll in diesem Hause wieder lebendig werden.
  • An der Nordecke der Stube hinter einem Regal hat sich die ursprüngliche Fassung der Blockstube von 1735 erhalten. Es ist eine bisterfarbene Schwärzung des rohen Holzes, die durch den Rauch der Kienspäne entstanden ist.
  • Die fertige Stube. Rechts die Deckengestaltung aus der Zeit um 1900. Die übrigen Flächen in einem Marienblau, so wie es um 1835 üblich war. In weiteren Befundfenstern sind die ehemaligen Farbfassungen sichtbar.
  • Der Küchenherd nach dem Hochwasser, rechts die Trennwand aus einfachen Brettern, die den Raum in eine Stube und in eine Küche trennte.
  • Die Wand zum Hausflur zu. Hieran war der historische Ofen angebaut. Das Gewölbe für die Feueröffnung ist gut erkennbar, die kleine viereckige Öffnung war der „Rauchabzug“ in der Nacht, wenn das Feuer erloschen war und nur noch Restglut vorhanden war. Die anderen Öffnungen sind spätere Durchbrüche für Rauchrohre.
  • Ein Hohlofen, wie man sich die Öfen im 18.Jahrhundert vorstellen muss. Gez. Cieslak-Carras

 

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